Glaubenswoche 2005 - "GrenzDance - Nichts ist unmöglich?!"

Es gibt wieder eine Glaubenswochenmappe, die sich in diesem Jahr unter dem Titel "GrenzDance – nichts ist unmöglich!?" mit dem Thema "Grenzen" auseinandersetzt.
Die Glaubenswoche findet vom 6.-13.11.2005 statt und wird wieder
mit einem Jugendgottesdienst am 6.11.2005 um 17 Uhr in Alfhausen durch Bischof Bode
eröffnet. In Gellenbeck wird es eine Veranstaltung dazu geben;
und zwar am 18. November im Jugendtreff um 19.30 Uhr.

Wer sonst über das Thema, die Mappe und methodische Umsetzung etwas erfahren möchte, kann am 8.11. um 19.30 Uhr ins Dekanatsjugendbüro in GMHütte, Oeseder Straße 64 kommen.
Dort wird der Gellenbecker Jugendpfleger und Mit-Autor der Mappe Markus Maus die Glaubenswoche vorstellen und praktische Einblicke in den Inhalt geben.

Außerdem haben wir nochmals das Titelcover, den Einleitungstext der Mappe sowie die Gedanken der Titelbild-Grafikerin eingefügt, damit man schon auf dieser Site etwas in die Glaubenswoche einsteigen kann!

Viel Spaß beim GrenzDance!

Cover GM 2006.jpg (20167 Byte)

GrenzDance – nichts ist unmöglich?! 

„Was ist das denn für ein Titel?“ -werden sich einige sicher denken und damit haben wir dann auch schon ein erstes Ziel erreicht. Wir wollen mit dieser Arbeitshilfe nämlich zum Nachdenken über Grenzen einladen. Aber wir wollen dies spielerisch, tänzerisch tun. Wir wollen an Grenzen her­angehen, sie einmal überschreiten, wieder zurückkehren, Durchlässigkeiten prüfen, Verschiebungen vornehmen und dabei auch den Wert von Grenzen erfahren. Durch diesen GrenzDance wollen wir herausfinden, was für uns möglich oder eben auch unmöglich ist.
Grenzen begegnen uns an den verschiedensten Stellen. Persönliche Begrenztheiten, Staats-, Kultur- und Konfessionsgrenzen, Regeln, Verbote, Gesetze, Moral, Zeitgrenzen ...
Gleichzeitig erleben wir in verschiedenen Bereichen „Entgrenzungen". Wir leben im globalen Dorf, stellen fest, dass wirtschaftliche und ökologische Prozesse keine Grenzen kennen, sehen, dass viele Menschen ohne Rücksicht auf Verluste über alle Grenzen ihres Körpers und ihrer Gesundheit gehen, um nur einige Schlaglichter zu werfen. Es gibt also eine merkwürdige Doppelgestalt von Grenzen. Zu viele, zu starre, zu undurchdringliche Grenzen engen uns ein und würgen Entfaltungsmöglichkeiten ab.
Ohne Grenzen verlieren wir uns, werden schutzlos und profillos.
Grund genug, diese vielen verschiedenen Grenzsituationen einmal näher zu betrachten und mit ihnen zu experi­mentieren. 

Wir haben uns für sechs Kapitel und damit für sechs Perspektiven auf das Thema entschieden, die alle für sich alleine stehen können. Es macht aber Sinn, mehrere Perspektiven einzunehmen.

Kapitel 1:             „Da hörts aber auf“              körperliche, geistige, seelische Grenzen

Kapitel 2:             „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“             Konsum, Wachstum, Erwachsenwerden, Abgrenzung zum Elternhaus

Kapitel 3:             „Mit mir nicht! – Mit dir nicht!“             Ab- und Ausgrenzung, Fremdsein

Kapitel 4:             „TranszenDance“             Konfessions – und Religionsunterschiede, Sakramente als Erfahrung von Grenzüberschreitung

Kapitel 5:             „Anarchie geht nie!“ – Regeln, Gesetze und Moral als verschiedene Grenzen; die Zehn Gebote

Kapitel 6:             „Timewalk“ -             Zeit als Grenze

In jedem Kapitel gibt es eine biblische Herangehensweise, was uns nicht schwer viel, denn die Bibel ist voller Erzählung von Grenzgängern und Grenzüberschreitungen.
Im Grunde ist Religion überhaupt ein einziger GrenzDance zwischen Diesseits und Jenseits, Gott und Mensch, rich­tig und falsch, Schuld und Vergebung, Zugehörigkeit und Abkehr.
 Bleibt uns nur noch, euch viel Freude an der Arbeit mit dieser Mappe zu wünschen und euch zum GrenzDance aufzufordern!

Das Glaubenswochenteam

 

 Gedanken zum Titelbild von Cornelia Wiederholt

Als ich den diesjährigen Titel der Glaubenswoche zum ersten Mal "auf den Tisch" bekam, schwirrten mir zunächst Gedanken wie: "Was ist das denn - eine Mischung aus Werner-Beinhart, Mission Impossible und To­yota- nichts ist unmöglich" durch den Kopf. Nach näherem "Hindenken" jedoch kam folgendes heraus: 

Eine bildliche Darstellung dieses Titels kam für mich nicht in Frage und ich entschied mich für eine fast ausschließlich typografische Umsetzung des Themas (also ein Arbeiten mit Schrift). Hinzugezogen habe ich noch eine Grafik des Niederländers Maurits Cornelis Escher. Eschers perspek­tivisch widerspruchsvollen Bilder erinnern nachdenklich daran, dass wir vor allem das sehen, was wir bereits kennen oder zu kennen glauben.

Aber ist das, was wir erkennen wirklich das, was abgebildet ist? Eschers Metamorphosen (Verwandlungen) und Anamorphosen (Verzerrungen) werfen die Frage auf, wie stark die Deformation oder Verfremdung einiger Bilder werden kann, bis wir das abgebildete Objekt nicht mehr identifizieren können. Wie kann ich den Titel "GrenzDance -nichts ist unmöglich" richtig deuten? Gibt es verschiedene Ansätze? Ich denke schon. Geht es darum, Grenzen zu setzen und sie zu akzeptieren oder Grenzen spielerisch – tanzend - zu nehmen und sie zu überschreiten? Nichts ist unmöglich oder alles ist möglich? In meinem christlichen Verständnis ist beides möglich und muss beides möglich sein. Wenn man erst mal z.B. an die zehn Gebote denkt, werden eindeutig Grenzen gesetzt, die unmissverständlich sind. Auf der anderen Seite werden moralische und gesellschaftliche Grenzen eindeutig überschritten. Ich kenne die Bibelstelle nicht genau, aber ich erinnere mich an die Frau, die von einer Menschenmenge gesteinigt wird, weil sie Grenzen überschritten hat und Jesus sie - ich nenne es mal: rettet -und er mit ihr zusammen die Grenze überschreitet und sie "an die Hand nimmt".

 In der heutigen Zeit ist es gut, Grenzen zu kennen und zu "besitzen", es als gut anzusehen, welche zu haben, da auf vielen Gebieten, wie z. B. in den Medien, sowohl moralische als auch ethische Grenzen zu Gunsten des Profits aufgeweicht und verwischt werden. Es ist besonders schwer für Jugendliche damit umzugehen. Aber ist es nicht auch wichtig, bestimmte Grenzen - meistens in unseren Köpfen "tanzend" zu umgehen und spielerisch begeistert zu werden, z. B. offen auf andere Menschen zuzugehen, keine Vorurteile zu haben und alles möglich zu machen?

Tja- unglaublich viele Gedanken zu diesem Thema, gepresst in ein DIN-A4-Plakat.Im unteren Teil und links die Grafik von Escher - tanzende Gestalten - einmal weiß und einmal schwarz. Im Vor­dergrund eindeutig voneinander getrennt, jedoch im Hintergrund auf eine Art und Weise miteinander vereint, bei der man nicht erkennen kann, ob weiß aus schwarz, oder schwarz aus weiß hervorspringt. Wo ist der Ursprung, wo ist die Grenze? Im mittleren Teil des Layouts dann die eigentliche typografisch-grafische Darstellung des The­mas, unterstützt durch den größten Kontrast, den es gibt; schwarz und weiß. Obwohl die Buchstaben und Wörter "Grenz" und "Dance" farblich eindeutig voneinander getrennt sind, berühren sie einander und bilden eine Einheit.

 Die Typografie grenzt sich ab, überspringt jedoch die "Grenzlinie", berührt sich, vermischt sich, wird grau und harmoniert miteinander. "Glaubenswoche 2005“ in der Farbe rot als Signalpunkt im Schwarz-Weiß-Aufbau, einmal aus rein technischen Gründen in dieser Farbe zum besseren Leseverständnis, jedoch auch als Aufforderung, die Glaubenswoche zu besuchen und über eigene Grenzen nachzudenken, auf den eigenen christlichen Glauben zu projizieren, sich abzugrenzen, nicht auszugrenzen, auf Mitmenschen zuzugehen, sie mitzunehmen und zu erfah­ren. 

Cornelia Wiederholt